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Schrift-Chronik

Zum Geleit

In ästhetischer Bewegung folgt der Kampfsport den Spuren eines unbezwingbaren Siegeswillen: Im waffenlosen Zweikampf Mann gegen Mann ist nicht nur Technik, Kondition, Kraft und Ausdauer gefragt, sondern auch ein hohes Maß an Körpergefühl und Dynamik. Das 100-jährige Bestehen des Kraftsportvereins 06 Ketsch bietet Anlass zur besinnlichen Rückschau auf den Werdegang des Vereins, seine Ideale und Ziele, Höhen und Tiefen, Erfolge und Misserfolge       .

Seit der Gründerzeit, kurz nach der Jahrhundertwende, spielte und spielt der KSV innerhalb der Gemeinde eine besondere, ehrenvolle und erfolgreiche Rolle. Dank des unermüdlichen Einsatzes sowie intensiver Arbeitsbereitschaft der Aktiven und der Funktionäre konnten große sportliche Siege auf nationaler und internationaler Ebene erzielt werden. Insbesondere gelang es, auch überregionale Veranstaltungen zu organisieren und erfolgreich durchzuführen. Nennenswert sind an dieser Stelle z.B. die Deutschen Meisterschaften im Ringen, Deutsche Kunstkraftsportmeisterschaften und mehrere Landesmeisterschaften.

Im Sinne eines überlieferten Lebensideals aus der Antike, die Harmonie zwischen Geist und Körper anzustreben, wurden vornehmlich für die Jugend positive Vorbilder und Ideale geschaffen, denen sie mit Eifer und Begeisterung nachstreben konnten. Eingebettet in eine tatkräftige, fest gefügte, einsatzbereite und solidarische Gemeinschaft konnten kreative Kräfte freigesetzt werden. Diese basierten auf geistigen, moralischen, ideellen und kulturellen Grundsätzen und hatten für unsere Vorfahren als Erziehungsziele fundamentale Bedeutung. Die Hinführung zu einer sinnerfüllten Freizeitbeschäftigung, gekoppelt mit einem intensiven Zusammengehörigkeitsgefühl, waren Leitprinzipien der Gründergeneration, die auch heute noch Gültigkeit haben.

Bis zum heutigen Tag ist es ein wesentliches Ziel des Kraftsportvereins geblieben, eine Zukunftsperspektive für die Jugend mitzugestalten. Jede Sportart ist in höchstem Maße geprägt von gegenseitiger Achtung, Toleranz, Hilfsbereitschaft und Fairness und bildet damit eine nicht zu unterschätzende Basis bei der Erziehung der Jugendlichen: Sie werden befähigt, als aufrichtige, rechtschaffene, demokratisch denkende und handelnde Menschen ihr Leben zu bewältigen. Unermüdlicher freiwilliger Einsatz, Kameradschaft und gesunder Ehrgeiz der Vereinsmitglieder sind dafür verantwortlich, dass sich der Kraftsportverein in vielfacher Hinsicht Verdienste erworben hat. Den verantwortlichen Mitgliedern, gestern und heute, gebühren außerordentliche Anerkennung, Lob und Dank für ihren ausdauernden Einsatz um das Wohl der Jugend und damit der gesamten Gemeinschaft.

Nach dem Motto "einer für alle, alle für einen" hat der Kraftsportverein in allen Lebenslagen bewiesen, dass er seinen Grundidealen, die bereits von den Gründern proklamiert wurden, treu geblieben ist. Diesen Pionieren des Kraftsportvereins gedenken wir voll Dankbarkeit, Hochachtung und Respekt.

Für die Zukunft wünschen wir, dass die sportlichen Wertvorstellungen der Vereinsgründer auch für die Jugendlichen, die heute oft ohne Zukunftsperspektiven leben, wieder an Bedeutung, Wert und Sinn gewinnen.

Gemeinschaftssinn und Achtung vor dem anderen sollten als Leitlinien Gültigkeit haben, nicht nur im sportlichen Miteinander, sondern im gesamten öffentlichen Leben, zum Wohle einer besseren und friedlichen Zukunft.

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Heinrich Fuchs
Verfasser der Chronik

100 Jahre KSV 06 Ketsch
Ein Rückblick auf bewegte und erfolgreiche Zeiten von Heinrich Fuchs

Der Kraftsportverein gehört heute zu den erfolgreichsten Vereinen im sportlichen Leben der Gemeinde Ketsch. Viele schöne Erfolge in Einzel- und Mannschaftskämpfen konnten die Ringer des KSV an ihre Fahne heften, und sie machten so den Namen der Gemeinde Ketsch weit über die engeren Grenzen der Region hinaus bekannt.

Wenn man in der Chronik blättert, stellt man fest, dass der Verein nicht immer auf Rosen gebettet war. Es mangelte an Sportgeräten sowie an Übungs- und Wettkampfstätten. Deshalb mussten die Vereinsaktivitäten früher meist in Gaststätten, und teilweise auch unter freiem Himmel, durchgeführt werden. Um so mehr ist der Idealismus und Weitblick der Gründer des Vereins zu würdigen und hervorzuheben. Die Bilanz der 100jährigen Geschichte des Kraftsportvereins 06 Ketsch darf die Mitglieder und Freunde mit Stolz erfüllen.

Vereinsgründung und die ersten drei Jahrzehnte

Am 3. März 1906 trafen sich im Gasthaus "Zum wilden Mann" einige am Ringkampfsport interessierte junge Männer zur Gründungsversammlung des Kraftsportvereins 06 Ketsch.

Pius Rohr wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Weitere Gründungsmitglieder waren:
Karl Schäfer, Hermann Rohr, Paul Rohr, Albert Eppel, Karl Eppel, Reinhard Schäfer, Pius Zund, Leo Bruckmann, Albin Rohr, Emil Schwab, Franz Zund und August Schmeißer.

0001.1906 Wilder Mann Vereinslokal_klein

Das Gasthaus "Zum Wilden Mann" wurde auch als Vereinslokal bestimmt.
Da dem Verein bei der Gründung keine finanziellen Mittel zur Verfügung
standen, streckte Lokalwirt Philipp Hillenbrand für die Anschaffung einer Ringermatte 60 Mark vor. Es kamen weitere junge Leute hinzu, so dass der Verein bis Ende des Jahres 1906 auf 30 Mitglieder angewachsen war.

Die Hauptversammlung Anfang 1907 brachte eine neue Vorstandschaft mit Ludwig Herm als 1. Vorsitzenden. Da aber nicht nur Ringen betrieben wurde, sondern auch Gewichtheben großen Zuspruch hatte, war der Übungsraum im Vereinslokal bald zu klein, und das Gasthaus "Zum Enderle" wurde zum neuen Vereinslokal bestimmt. Nach Differenzen mit dem Mittelrheinischen Athletenverband trat der Verein aus, und schloss sich dem Landesathletenverband "Badenia" an. Zu diesem Zeitpunkt war der KSV bereits auf über 50 Mitglieder angewachsen.

Im Jahre 1908 wurden neben Ringen und Gewichtheben auch der Pyramidenbau und die Rundgewichtsriege in den Sportbetrieb aufgenommen. Die neuen Sportarten fanden regen Zuspruch, und man konnte bei Wettkämpfen mehrere 1. Ehrenpreise gewinnen. Tragende Säule des Vereins war aber der Ringkampfsport geworden.

1909 wurde unter dem Vorsitz von Karl Schäfer beschlossen, das Bundesfest zu übernehmen. Fußballclub 06, Sängereinheit, Turnerbund Germania und Turnverein 1902, stifteten die Ehrenpreise für dieses überregionale Fest. Im gleichen Jahr gab es sogar Zusammenschlussanregungen mit dem Fußballclub 06 und es kam zu einer Versammlung unter dem Vorsitz von Hermann Lang. Die beabsichtigte Fusion wurde jedoch nicht vollzogen.

Paul Rohr und Albert Eppel gewannen im Jahre 1910 die Meisterschaft von Baden und der Pfalz im Ringen.

0003.1913 Fahnenweihe

1913 legte sich der Verein eine Vereinsfahne zu. Das herausragende Ereignis dieses Jahres war folglich die Fahnenweihe, verbunden mit einem Athletenfest und Wettkämpfen im "Enderlegarten". In der Generalversammlung wird Wilhelm Rohr zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Der 1. Weltkrieg von 1914 - 1918 unterbrach jäh die Aufbauarbeit, und versetzte der Vereinstätigkeit schwere Rückschläge. Viele Mitglieder und junge Sportler starben im Krieg - die in die Kraftsportreihe gerissenen Lücken ließen einen geordneten Sportbetrieb nicht mehr zu.

Der Übungsbetrieb wurde aber durch die schulentlassene Jugend einigermaßen aufrechterhalten und - soweit es die Zeitverhältnisse des Krieges zuließen - wurde der Ringkampfsport weiter betrieben.

Am 18. Dezember 1918 wurde, von dem damaligen Vorstand Jakob Rohr, eine Generalversammlung einberufen und der Verein unter folgender Leitung neu organisiert:

    1. Vorsitzender: Franz Zund
    2. Vorsitzender: Paul Rohr
    Kassierer: August Schmeißer
    Schriftführer: Johann Baro
    Instrukteur: Albert Eppel
    1. Stemmwart: Valentin Schwab
    2. Stemmwart: August Stohner
    Beiräte: Ludwig Sessler und Georg Schwab
    Revisoren: Josef Leiberich und Wilhelm Rohr
    Zeugwart: Ludwig Fischer
    Diener: Konrad Zund

Am 26. April 1919 vollzog der Kraftsportverein seinen Beitritt zum freien Athletenverband. Unter dem Vorsitz von Franz Zund und Paul Rohr nahm der Verein seinen Sportbetrieb wieder auf, und in kurzer Zeit wurden wieder beachtliche sportliche Leistungen erzielt: In Schifferstadt, Ludwigshafen, Karlsruhe und Feudenheim, belegte man die ersten Plätze im Gewichtheben und Ringen, beim Pyramidenbau und bei der Sportakrobatik. Bei den Bundesfest- spielen in Offenbach wurden, Albert Eppel im Schwergewicht, Paul Rohr im Leichtgewicht, Johann Weik im Federgewicht und Fritz Rohr im Jugendschwergewicht, Sieger.

0008.1920

v.links: Johann Weik, Hermann Fuchs, Georg Rohr, Paul Rohr, Albert Eppel, Fritz Rohr, Heinrich Dörr, Karl Eppel, Erwin Schwab, Alois Eppel, Eugen Hemmerich.

1922 waren es wieder Paul Rohr und Johann Weik, die außergewöhnliche sportliche Erfolge erzielten. Beide Ringer konnten sich, bei der Arbeiterolympiade in Leipzig, auf den ersten Plätzen behaupten. Die 1. Ringermannschaft wurde im gleichen Jahr Kreismeister.

Im Jahre 1923 wurden Mannschaftskämpfe in Köln, Straßburg und Bonn ausgetragen. Als neue Sparte wurde Boxen mit in den Sportbetrieb aufgenommen.

1925 wurden Johann Weik und Paul Rohr für die Arbeiterolympiade in Frankfurt nominiert.

0012.1930 Albert Keilbach, Paul Rohr, Johann Weik

Albert Keilbach, Paul Rohr, Johann Weik haben in den 30er Jahren an Länderkämpfen national und international sowie an Meisterschaften teilgenommen. Jeder der drei Ringer war Olympiasieger bei der Arbeiterolympiade 1930 in Lüttich/Belgien.

Weitere gute Erfolge erzielte der Verein im Jahre 1928, auf dem Bundesfest in Ludwigshafen, und bei den Süddeutschen Meisterschaften im Mannschaftsringen gegen Fürth i. B. am 2. Juni 1929 im Enderlegarten in Ketsch. Unter den vorausgegangenen, erfreulich erfolgreichen, sportlichen Verhältnissen, hatte sich auch ein sehr guter Sportlernachwuchs herangebildet: Albert Keilbach, Karl Rohr, Johann Eppel, Julius Eppel und Alois Huber. Diese Ringer nahmen in den 30er Jahren an Länderkämpfen, sowie an nationalen und internationalen Meisterschaften teil, und belegten ehrenvolle Plätze.

Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler Reichskanzler, worauf am
4. März 1933 der Verein gesetzlich verboten und polizeilich aufgelöst wurde. Der KSV gehörte bis dahin dem Arbeiter-Athletenverband an. Das gesamte Vereinsvermögen wurde beschlagnahmt. Bei der sogenannten Gleichschaltung wurde der Kraftsportverein in den Einheitssportverband des Dritten Reiches eingegliedert. Bis zur Machtergreifung Hitlers hatte der Verein einen ungeheueren Aufschwung genommen. Außer Ringen wurde Gewichtheben, Boxen, Sportakrobatik, Leichtathletik, Pyramidenbau und Steinstoßen betrieben.

Von 1933 - 1939 konnte der Verein viermal die Badische Meisterschaft im Mannschaftsringen erkämpfen.

Krieg, Zusammenbruch und Wiederaufbau

Durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde der Sportbetrieb fast vollkommen stillgelegt. Viele Sportler und Mitglieder blieben auf den Schlachtfeldern. Der schreckliche Krieg hatte tiefe Wunden geschlagen. Deutschland lag am Boden, es herrschte Not, Kummer und Elend. Aber aus den Trümmern und Ruinen wuchs neues Leben. Mutige Männer und Frauen trotzten dem Schicksal und machten sich an den Neuaufbau.

Im Juni 1945 wurde die Sportausübung von den Siegerstaaten wieder zugelassen. Auf Initiative des damaligen Ratschreibers Heinrich Fuchs wurde auch in der Gemeinde Ketsch der Sport neu aufgebaut:
Die erste Sitzung fand am 2. August 1945 im Lokal "Zum Hirsch" statt, und führte am 18. August 1945 zur Bildung eines Sportkartells.
Die Männer der ersten Stunde waren:
Ludwig Montag, Adam Huber, Heinrich Fuchs, Adam Mannhardt, Richard Kemptner, Wilhelm Weik, Georg Leiberich und Jakob Schmeißer.

Bei der nächsten Versammlung, am 28. August 1945, im Rathaus wurde beschlossen eine Sportvereinigung zu gründen. In diesem Zusammenschluss aller Sportarten ging auch der ehemalige Kraftsportverein 1906 Ketsch auf. Der Kraftsportverein war nun eine Sparte des Großvereins mit Wilhelm Alt als erstem Sparteleiter. Weitere Spartenleiter waren Sebastian Franger, Hermann Fuchs sen. und Fritz Holweck.

0018.1948 - 1949 Mannschaft u. Vorstandschaft

Mannschaft und Vorstandschaft Ende der 40er Jahre.
Oben von links: Alois Huber, Georg Schäfer, Karl Eppel, Arthur Stohner, Werner Rohr, Johann Eppel, Julius Eppel, 
Mitte von links: Franz Herm, Erwin Hess, Adam Huber, Albert Eppel. Wilhelm Alt, Albin Schäfer, Johann Weik
Vorne von links: Karl Kurz, Karl Krupp, Emil Schäfer

Ab 1946 vollzog sich in der Kraftsportabteilung eine große Aufwärts- entwicklung. Der Trainingsbetrieb wurde zunächst im Gasthaus "Zur Traube" durchgeführt. Später wechselte man dann ins "Hotel Rose", wo auch viele Jahre die Mannschaftskämpfe ausgetragen wurden. Der erste Ringervergleichskampf gegen Wiesental wurde 4:3 gewonnen.

Im Jahre 1948 belegten bei den Badischen Meisterschaften in Oftersheim folgende Ringer die ersten Plätze: Karl Kurz (Fliegengewicht), Alois Huber (Federgewicht), Julius Eppel (Leichtgewicht), Johann Eppel (Mittelgewicht), Werner Rohr (Schwergewicht).

Der Aufschwung in den 50er Jahren

Seit Bestehen des Kraftsportvereins 06 Ketsch gingen aus seinen Reihen immer wieder junge Männer hervor, die durch ihre überragende Leistungen zu den führenden Persönlichkeiten im deutschen Kraftsport zählten. So machten, in den 50er Jahren vor allem Otto Montag, Werner Rohr, Werner Schreiner und Willi Schäfer, mit beachtlichen Erfolgen, auf sich aufmerksam. Jeder dieser Ringer wurde nach dem Gewinn etlicher regionaler Meisterschaften 3. Deutscher Meister. Helmut Franger, Alfred Weik, Norbert Wiesbek und Heinz Keilbach waren weitere wichtige Stützen der KSV-Mannschaft.

0045.1966 Schreier Montag Rohr

Drei erfolgreiche Ketscher Ringer in den 50er Jahren:
Von links: Werner Schreiner, Otto Montag, Werner Rohr

0022.1954 Mannschaft

Ringermannschaft 1954:
Von links: Arthur Stohner, Helmut Franger, Willi Schäfer, Alfred Weik, Heinz Keilbach, Walter Keilbach, Norbert Wiesbeck, Hermann Fuchs, Werner Schreiner, Werner Rohr

Eine hervorragende Leistung erzielte 1951 Otto Montag in der Klasse bis 50 kg mit dem Gewinn der Deutschen Jugendmeisterschaft.

In den Jahren nach 1955 übernahm Werner Schreiner die Jugend- und Schülerabteilung. Dank seiner großen Erfahrung und seiner geschickten Anleitung, konnte er eine beachtliche Anzahl Ketscher Jugendlicher zur Ringerspitze Süddeutschlands führen. Reinhard Montag, Helmut Urban und Heinrich Fuchs waren damals die hoffnungsvollsten Talente - Heinrich Fuchs wurde 1956 und 1957 Süddeutscher Jugendmeister, Reinhard Montag holte sich die Badische Meisterschaft und auch das Gebrüderpaar Helmut und Willi Urban konnte schöne Erfolge verbuchen.

Neugründung im Jahre 1959

1959 löste sich die Kraftsportabteilung von der Sportvereinigung los, und machte sich wieder zum selbständigen Verein. Die Neuwahlen der Generalversammlung am 29. November 1959 im Gasthaus "Zur Rose" brachten folgendes Ergebnis:

    1. Vorsitzender: Julius Eppel
    2. Vorsitzender: Alois Huber
    Kassenverwalter: Walter Keilbach
    Schriftführer: Hans Doser
    Mannschaftsführer: Artur Stohner
    Jugendleiter: Werner Schreiner

Außer den drei noch lebenden Gründungsmitgliedern Albert Eppel, August Schmeißer und Leonhard Gredel wurden noch 6 weitere Mitglieder zu Ehrenmitgliedern ernannt, die sich besondere Verdienste um den Kraftsport und um den Verein erworben hatten: Heinrich Schmeißer, Adam Huber, Franz Roßrucker, Eduard Fuchs, Hermann Fuchs und Martin Faulhaber.

Auch als selbständiger Verein konnte der KSV seine sportlichen Erfolge fortsetzen. Von 1945 an eilten unsere Ringer in der Oberliga, der damals höchsten deutschen Ringerklasse, von Erfolg zu Erfolg. Unter dem Trainer Gerhard Bertram erkämpfte sich 1961 folgende Mannschaft die Meisterschaft:
Otto Montag, Hans Bühler, Willi Schäfer, Hans Gaa, Gerhard Bertram, Heinz Keilbach, Norbert Wisbeck, Werner Schreiner und Werner Rohr.

Die herausragenden Ereignisse der 60er Jahre waren die Durchführung von 3 Großveranstaltungen in der Rheinhalle.

1960 wurde der KSV mit der Ausrichtung der Deutschen Senioren-Meisterschaft beauftragt,

1963 richtete man die Deutschen Jugend-Meisterschaften im griechisch- römischen Stil aus, und 1965 war der KSV Veranstalter der Deutschen Kunstkraftsport-Meisterschaften.

Nach dem 60jährigen Jubiläum übernahm Benno Becker 1967 als 1.Vorsitzender die Geschicke des Vereins. Die Verjüngung der Vereinsführung wirkte sich positiv auf den Sportbetrieb aus. Becker war, neben seiner Funktion als 1. Vorsitzender, lange Jahre als Schwergewichtler eine aktive Stütze der Mannschaft, und er leitete das Vereinsgeschehen bis zum Jahre 1982.

Die ersten Erfolge stellten sich mit Erringen der Staffelmeisterschaft 1971 ein, außerdem erkämpfte Jürgen Maier die Badische Meisterschaft der Senioren in der Klasse bis 57 kg.

0058.1972 Gries - Elsaß

Das Jahr 1972 - Ein Beitrag zur Völkerverständigun. Dedr KSV hatte französische Gäste. Die Ringermannschaft aus Gries/Elsaß (links im Bild) weilte in Ketsch.

Internationale Beziehungen knüpfte man mit einer Ringerstaffel aus Gries (Frankreich). Auch die gezielte Förderung des Nachwuchses zeigte ihre Früchte, durch den Gewinn der Meisterschaft der Kreisklasse A in der Verbandsrunde 1972/73.

0057.1972 - 73 Meistermannschhaft

Die Meistermannschaft 1972/73
von links: Arthur Stohner, Heinrich Fuchs, Richard Rotter, Bodo Götze, Rudi Machauer, Roland Groll,
Wolfgang Stahl, Walter Rohr, Roland Pister, Benno Becker
kniend von links: Willi Urban, Fritz Hermann, Roland Schäfer, Eckard Neininger, Johann Stiegler, Richard Keidel

Im Juni 1973 erreichte der KSV 06 Ketsch, nach hartem Kampf in der Aufstiegsrunde, den Einzug in die Landesliga.

Der geschäftsführende Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

    1. Vorsitzender: Benno Becker
    2. Vorsitzender: Heinrich Fuchs
    Kassierer: Walter Weis

1974 wurden die einzelnen Ligen neu gestaltet. Der KSV 06 Ketsch startete in der Badischen Oberliga und konnte schon im ersten Jahr den 2. Tabellenplatz belegen. Im gleichen Jahr wurde Peter Weik Nordbadischer Jugendmeister, und Eckhard Neininger, Walter Rohr und Gerhard Rotter wurden 1. Sieger bei den Nordbadischen Junioren-Meisterschaften.

An Pfingsten 1975 veranstaltete man in der Rheinhalle den "Wilfried-Dietrich-Länderpokal der Jugend". Gewinner dieses Turniers mit 8 Ländermannschaften war die Vertretung Südbadens.

Die jungen Sportler gingen weiter unbeirrt ihren Weg: Sie sicherten sich 1975 den Meistertitel in der Oberliga Nordbaden, die zweite Mannschaft konnte die Meisterschaft in der Kreisklasse erringen, und Dieter Wahl belegte einen hervorragenden 3. Platz bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften.

Im April 1978 wurden in der Rheinhalle die Nordbadischen Junioren- und Schülermeisterschaften ausgetragen. Hierbei konnten Ralf Schmidt, bei den Junioren, und Achim Reister, bei den Schülern, den 1. Platz belegen. In der neuen Schulsporthalle beim Rathaus wurde ein internationaler Freundschaftskampf zwischen Academic Sofia und einer Auswahlmannschaft des Nordbadischen Ringerverbandes ausgetragen.

Vor Beginn der Verbandsrunde 1979/80 gelang es, die türkischen Ringer Ali Demirci und Rahmi Sarac zu verpflichten - somit waren die Weichen für die Meisterschaft gestellt, die man sogar ohne jeglichen Verlustpunkt erringen konnte.

Mit Erringung der Meisterschaft, kämpfte die Mannschaft des KSV 06 Ketsch, um den Aufstieg in die 2. Bundesliga gegen den KSV Lahr-Kuhbach.

Die erste Begegnung fand unter großem Zuschauerinteresse in der Rheinhalle
statt, wo sich die Ketscher Mannschaft mit einem 22:18 Heimerfolg eine gute Ausgangsbasis für den Rückkampf schuf.

" Entscheiden Gewichtssteine Bundesliga-Aufstiegskampf ? ".
So lauteten die Schlagzeilen in der Tagespresse nach dem Rückkampf in Lahr- Kuhbach. Bis heute ungeklärte dubiose Ereignisse beim Abwiegen der Mann- schaften verhinderten den Aufstieg des KSV 06 Ketsch in die 2. Bundesliga.

75 Jähriges Jubiläum

Am 19. September 1981 feierte der Kraftsportverein sein 75jähriges Jubiläum.
Bürgermeister Ferdinand Schmid war Schirmherr und Festredner beim Bankett mit Ehrungen in der Rheinhalle. Wegen ihrer besonderen Verdienste um den Ringkampfsport wurde folgenden Mitgliedern die Ehrenmitgliedschaft verliehen: Bürgermeister Ferdinand Schmid, Artur Stohner, Karl Kurz, Karl Spilger, Alois Huber, Artur Stohner, Jakob Metzger, Franz Huber, Karl Dick, Eugen Weik, Sebastian Franger und Gustav Enchelmeier. Der Nordbadische Ringerverband, in dem die Ketscher Vorstandsmitglieder Heinrich Fuchs als Schatzmeister, und Benno Becker als Technischer Leiter tätig waren, betraute den KSV anlässlich des Jubiläumsjahres mit der Ausrichtung des 35. Ordentlichen Verbandstages des Nordbadischen Ringerverbandes, der in der Rheinhalle stattfand.

Auch im Jahr 1982 stellte der Kraftsportverein zwei aktive Mannschaften - Die 1. Mannschaft kämpfte in der Oberliga, während sich die 2. Mannschaft mit gutem Erfolg in der Bezirksliga behauptete. Trainingsabende und Verbandskämpfe fanden in dieser Zeit in der Schulturnhalle beim Rathaus statt, größere Veranstaltungen und Meisterschaften wurden in der Rheinhalle ausgetragen.

Im Jahre 1983 wurde die 1. Ringermannschaft Meister der Oberliga Nordbaden, und schaffte somit den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Diese Liga war jedoch für die Ketscher Ringer finanziell und sportlich nicht zu verkraften, so dass man 1984 wieder in der Oberliga kämpfte.

Einen Wechsel an der Spitze der Vorstandschaft brachte das Jahr 1985
Heinrich Fuchs wurde in der Jahreshauptversammlung einstimmig zum
1. Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Federführung wurde, in der neu erbauten Neurott - Sporthalle, die erste internationale Großveranstaltung durchgeführt - Ein Vergleichskampf gegen Szeged (Ungarn) vor mehr als 500 Zuschauern. Die ungarischen Gäste, die mit mehreren Landes- und Europameistern angetreten waren, konnten diese hochklassige sportliche Begegnung mit 7:3 für sich entscheiden. Nach dem internationalen Vergleichskampf hatte der Bürgermeister der Gemeinde Ketsch, Ferdinand Schmid, zu einem offiziellen Empfang in die Rheinhallengaststätte eingeladen.

Am 13. und 14. Juli 1985 fand das 1. Ketscher Athletenfest mit Ortsmeisterschaften im Tauziehen statt. Das Festzelt war an beiden Tagen bis auf den letzten Platz besetzt, so dass man sportlich wie finanziell von einem vollen Erfolg sprechen konnte. Im gleichen Jahr entstand auch die Freizeitsportabteilung, die bis heute ein fester Bestandteil des Vereins ist. Eine Damen- und Herrengymnastikgruppe wurde in den Sportbetrieb aufgenommen, und Vorbereitungen für eine Kleinkindergruppe getroffen.

1986 wurde die Jugend- und Schülerarbeit erheblich intensiviert. Zu diesem Zweck startete man eine Werbeaktion in der Presse, und warb intensiv in den Schulen. Die Früchte dieser Aktion waren neben einem Stamm von 30 Schülerringern die Gründung der zweiten Kleinkindergruppe.

0089.1986 (6)

Der erste Vorsitzende Heinrich Fuchs gratuliert dem Ketscher Ringertalent
Rüdiger Voit zum Gewinn der deutschen A-Jugend Meisterschaft
und zum Gewinn der deutschen Junioren Meisterschaft

Ketsch hat nach 35 Jahren wieder einen Deutschen Meister.

Den sportlich größten Erfolg errang Rüdiger Voit mit vier Medaillen bei den Deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften. Im Rahmen einer Feierstunde wurde er im Rathaus, in Gegenwart einer starken Delegation des Kraftsportvereins, mit der silbernen Sportlerplakette der Gemeinde geehrt. Jürgen Claus wurde Badischer Meister im Weltergewicht bei den Senioren. Mit den Landesmeisterschaften der Junioren und der B-Jugend im griechisch-römischen Stil richtete der Kraftsportverein eine weitere Großveranstaltung in der Neurottsporthalle aus. Im Bruchgelände fand das 2. Ketscher Athletenfest statt. Höhepunkt dieses Festes waren die Tauziehmeisterschaften der Damen: Die KSV-Frauen gewannen den Wettbewerb vor dem Frauenchor der Sängereinheit und den Waldhorn-Damen.

Am 28. und 29. März 1987 war der KSV Ausrichter der Jugend- und Juniorenmeisterschaften. Thomas Hambsch wurde Nordbadischer Jugendmeister, während Ralf Schmidt und Klaus Klemm die Landesmeisterschaft bei den Senioren holten. Die Jugendabteilung führte, unter der Leitung von Eckhard Neiniger und Hanne Heitzler, eine mehrtägige Freizeitmaßnahme im Odenwald durch.

Einen weiteren internationalen Vergleichskampf in Gries (Frankreich) konnte der KSV Ketsch mit 27:7 Punkten gewinnen. Von großem Publikumsinteresse waren erneut die Tauziehmeisterschaften. In diesem Jahr erkämpfte sich bei den Herren die Freiwillige Feuerwehr Ketsch den ersten Platz und bei den Damenmann- schaften siegte ASV Ladenburg. Auf Initiative des 1. Vorsitzenden, Heinrich Fuchs, verbrachte die 1. Mannschaft erlebnisreiche Tage in Ungarn. Den Vergleichskampf mit dem befreundeten Verein "SVSE Szeged" konnten die ungarischen Gastgeber mit 6:4 für sich entscheiden. Beim Gegenbesuch vom
24. bis 28. Juli 1987 waren die ungarischen Sportler in Privatquartieren untergebracht, was zu vielen freundschaftlichen und lange anhaltenden Kontakten führte. Anlässlich des Freundschaftskampfes in der Neurotthalle, überreichte der Vizepräsident des Nordbadischen Ringerverbandes dem 1. Vorsitzenden des KSV Ketsch, Heinrich Fuchs, die goldene Ehrennadel des NBRV. Bei der Gemeinschaftsveranstaltung der Ketscher Vereine in der Rheinhalle trat die Damengymnastikgruppe erstmals öffentlich auf. Mit ihrem Jazz-Show-Tanz kamen die KSV-Frauen beim Publikum gut an und hinterließen bei den zahlreichen Zuschauern einen bleibenden Eindruck

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0056.4.Pyramidenbau

Pyramidengruppe des Kraftsportvereins 06 Ketsch

Auch 1988 stellte der KSV unter Beweis, dass sich die Enderlegemeinde zu Recht dem Ruf einer Ringerhochburg erfreut. Die A-Jugendringer wurden bei den Mannschaftsmeisterschaften 3. Kreismeister, und bei den Schüler- und Jugendeinzelmeisterschaften, holten sich Martin Fuchs, Marcel Heitzler, Jens Kusminsky, Christian Scheer und Thomas Rohr, souverän den Kreis- und Landesmeistertitel. Der Ketscher Federgewichtler (62 kg) Ralf Schmidt kam bei den Nordbadischen Seniorenmeisterschaften zu Titelehren, und qualifizierte sich für die Deutsche Meisterschaft. Beim allseits beliebten Athletenfest schaffte die Freiwillige Feuerwehr, wie im Vorjahr, den Turniersieg im Tauziehen. Die Plätze zwei und drei belegten die AH-Mannschaft der SpVgg. 06 und der Angelsportverein 1928. Mit großem Erfolg wurde für die Ketscher Jugend in der Rheinhallengaststätte eine Discoveranstaltung durchgeführt; es kamen über 350 Jugendliche. Die Oberligamannschaft belegte den 3. Tabellenplatz. Beim letzten Verbandskampf verabschiedete der 1. Vorsitzende, Heinrich Fuchs, den langjährigen aktiven Ringer Eckhard Neiniger. Seit 1970, ununterbrochen, als 1. Mannschaftsringer im Verein, hatte Neininger viele Meisterschaften und Turniersiege mit nach Ketsch gebracht. Als Zeichen des Dankes wurden ihm ein Präsentkorb und die silberne Ehrennadel überreicht. Der Eckes, wie er liebevoll von seinen Freunden genannt wird, stellte sich nun mit Ende seiner sportlichen Laufbahn dem Verein als Jugendleiter zur Verfügung.

0110.1989 Jens Kusminsky wird Deutscher Jugendmeister

Gratulation von dem 1. Vorsitzenden Heinrich Fuchs und dem früheren HSV Spitzenringer
Werner Schreiner an Jens Kusminsky zum Gewinn der Deutschen Jugendmeisterschaft

1989 war für den Verein ein sehr erfolgreiches Jahr: Der sportliche Höhepunkt war dabei die Erringung der Goldmedaille von Jens Kusminsky bei den Deutschen Jugendmeisterschaften, in der Klasse bis 85 kg. Die Würdigung dieser großartigen Leistung fand im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus statt. Der Ketscher Bürgermeister Ferdinand Schmid freute sich besonders, dass Jens Kusminsky die Familientradition fortsetzte: Mit seinem Erfolg trat er in die Fußstapfen seines Großvaters, Werner Schreiner, einem erfolgreichen Schwergewichtler der 50er Jahre.

1990 fand ein Vorstandswechsel statt: Der 1. Vorsitzende, Heinrich Fuchs, übergab sein Amt dem bisherigen Stellvertreter Johann Stiegler. In diesem Jahr wurde der traditionelle Rosenmontagsball zum letzten Mal in der gewohnten Art durchgeführt. Seither wurde der Maskenball zusammen mit dem Tischtennisverein und der Schützengilde am "Schmutzigen Donnerstag" veranstaltet. Geschäftsführer Gerhard Jungmann und der frühere Vorsitzende Heinrich Fuchs nutzten die neugewonnene Reisefreiheit in die DDR und unterzeichneten im Auftrag des Kraftsportvereins einen Partnerschaftsvertrag mit der "Sportgemeinschaft Mansfeld Kombinat Eisleben". Bei der Gemeinschaftsveranstaltung der Ketscher Vereine traten die Sportakrobaten an die Öffentlichkeit und die 1. Ringermannschaft belegte einen Mittelplatz in der Oberliga.

Für die Verbandsrunde 1991/92 konnte man, mit Michael Rübsam und Frank Grabow, zwei Spitzenathleten aus der ehemaligen DDR verpflichten. Außerdem wurde die Mannschaft mit dem türkischen Ringer Sabit Gasan verstärkt, da man einen Platz im oberen Drittel der Tabelle anstrebte. Diese Erwartungen gingen am Ende der Verbandsrunde in Erfüllung. 1993 belegte die 1. Ringermannschaft in der Verbandsrunde den 3. Tabellenplatz. Mit vermeidbaren Niederlagen gegen Eppelheim und Kirrlach hatte der KSV leichtfertig die Meisterschaft verschenkt, und somit knapp den Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasst.
Bei der Jahreshauptversammlung 1994 wurde Achim Reister zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Mit Roger Gössner, dem Vizeweltmeister von 1987 und Olympiateilnehmer des Jahres 1988, konnte der KSV einen prominenten Neuzugang verpflichten.

Sportlicher Höhepunkt des Jahres 1994 war der Gewinn der Deutschen Meisterschaft von Roger Gössner im klassischen Stil. Die 1. Mannschaft wurde mit Georg Stein, vom Bundesligisten VfK Oftersheim, und mit Jan Salmonat, vom ASV Lampertheim, verstärkt. Mit der Verpflichtung des amtierenden Ungarischen Meisters, Endre Elekes, wurden die Weichen für die Saison 1995/96 gestellt. Die 1. Mannschaft belegte den zweiten Platz in der Oberliga und qualifizierte sich für die neu entstandene Regionalliga.

0118.1996 Ehrenmitglieder

Ehrenmitglieder im 90. Jubiläumsjahr
Stehend von links: Hans Doser, Ferdinand Schmid (Bürgermeister i.R.), Arthur Stohner
Sitzend von links: Karl Dietz, Alfons Gund

0120.1996 Vorstandschaft

Die Vorstandschaft im 90. Jubiläumsjahr

90. Jubiläumsjahr

Leider war im 90. Jubiläumsjahr der Aufstieg in die Regionalliga aus sportlichen Gründen nicht zu realisieren, denn mit Rüdiger Wachs, Roger Gössner und Endre Elckes, verließen die drei punktbesten Ringer unseren Verein. Hinzu kam noch, dass mit Frank Grabow und Michael Rübsam zwei Leistungsträger ihre Laufbahn in der 1. Mannschaft beendeten. Nach einem einstimmigen Vorstandsbeschluss entschloss man sich, in der Landesliga anzutreten.
Höhepunkte des Jahres 1996 waren das 90jährige Jubiläum mit Festbankett in der Rheinhalle, die Erringung der Meisterschaft in der Landesliga, sowie der Titelgewinn der beiden Jugendlichen Marcel Heitzler und Rolf Hufnagel. Durch den Tod des Ehrenvorsitzenden Julius Eppel wurden das Jubiläum und die Meisterschaft allerdings getrübt. Er bekleidete über 15 Jahre das Amt des 1. Vorsitzenden und war auch als Ehrenvorsitzender immer eine Stütze des Vereins.  1997 stellte der KSV wieder eine schlagkräftige Mannschaft zusammen, so dass aus dem Stand die Staffelmeisterschaft in der Verbandsliga erkämpft wurde, was den sofortigen Aufstieg in die Oberliga bedeutete.
Mit der Verpflichtung des amtierenden Europameisters und späteren Weltmeister Darius Jablonski, sowie des 5-fachen Deutschen Meisters Laszlo Miklosch, wurden die Weichen für die Verbandsrunde 1998 gestellt. Zielsetzung für die Vereins- und Mannschaftführung war das vordere Tabellendrittel. Nach Abschluss der Rundenkämpfe hatte die 1. Mannschaft den 3. Tabellenplatz erreicht. Von der Schüler und Jugendabteilung standen 5 Ringer bei Turnieren und Einzelmeisterschaften auf dem Siegerpodest.     

0122.1.1999 Germanmasters

von links: Helmut Franger, Eckhard Neininger, Hans Gaa, Michael Rübsam, Heinrich Fuchs

1999 kam der KSV Ketsch zu einem großartigen Erfolg bei den                 “ German Masters “ der Veteranen. Eckhard Neiniger und Michael Rübsam holten sich die Bronzemedaille. Der absolute Höhepunkt des Turniers war die Doppelmeisterschaft von Hans Gaa, der sich in beiden Stilarten souverän den Titel holte. Die drei Medaillengewinner bekamen nach ihrem Erfolg eine Einladung für die Weltmeisterschaft in Varna / Bulgarien ausgesprochen.    

Die Ketscher Ringer beendeten die Saison im Jahr 2000 mit einem 31:8 Sieg über den KSV Kirrlach als ungeschlagener Meister, und schafften somit den direkten Aufstieg in die Regionalliga Baden – Württemberg, und die Reservestaffel belegte in der Landesliga einen beachtlichen 2. Tabellenplatz.

0125.Abordnung der Alten Ketscher Athleten

Abordnung der “Alten Ketscher Athleten“
von links: KSV Vorsitzender Achim Reister, Helmut Franger, Werner Schreiner, Werner Rohr,
sitzend: Sprecher der Alten Ketscher Athleten Heinrich Fuchs

Auf Initiative der Sportfreunde, Heinrich Fuchs, Benno Becker und Helmut Franger, wurde am 6. Oktober 2000 im früheren Vereinslokal des Kraftsportvereins, Zur Rose, der Club der „Alten Ketscher Athleten“ gegründet. Heinrich Fuchs wurde zum Sprecher der Vereinigung bestimmt.

2001 hat die Planung für die Regionalliga Süd – West obere Priorität. So kehrt der Vizeweltmeister von 1987, Roger Gössner, als Ringer und Trainer nach Ketsch zurück. Mit Rosario Schmitt, Jürgen Rotter, Arnold Brown und Gilbert Rudischhauser, kamen weitere Bundesligaerfahrene Ringer nach Ketsch. Als Volltreffer hat sich die Verpflichtung von Stefan Kehrer erwiesen. Gleich bei seinem ersten Start für den KSV erkämpfte sich der Freistilringer die Deutsche Meisterschaft der B-Jugend. Nicht nur den Titelgewinn in der Klasse bis 69 kg schaffte Stephan Kehrer, er wurde auch als technisch bester Ringer des Turniers ausgezeichnet. Auch bei den Deutschen A-Jugendmeisterschaften waren die Ketscher Nachwuchsathleten erfolgreich. Hier erkämpfte sich das Ausnahmetalent Stefan Kehrer die Silbermedaille und für Michael Kohler gab es Bronze. Ehrenvolle Platzierungen gab es für Marco Brenner, Jan Götze und Andreas Fischer. Stefan Kehrer und Michael Kohler erhielten vom Deutschen Ringerbund Einladungen zur Kadetten-Europameisterschaft nach
Izmir/Türkei. Am Ende der Verbandsrunde belegte die 1. Mannschaft einen herausragenden 2. Platz.
Erstmals veranstalteten die „Alten Athleten“ auf dem Gelände des früheren aktiven Ringers, Werner Rohr, ein Schlachtfest. Die Veranstaltung erwies sich als voller Erfolg, so konnte der Sprecher der „Alten Athleten“ Heinrich Fuchs mit Bürgermeister i. R. Ferdinand Schmid, Bürgermeister Hans Wirnshofer, seinen Stellvertreter Heinz Keilbach, Kreis- und Gemeinderat Benno Becker, Gemeinderat Gerd Jungmann, und nicht zuletzt eine Oftersheimer Delegation mit Gemeinderat Rudolf Uebelhör, an der Spitze die geballte kommunale Prominenz willkommen heißen.

Mit den Neuzugängen Johann Weingärtner, dem Italiener Maurizio Stedile, sowie dem Iraner Farhad Sohrabi, wurde die Mannschaft im Jahr 2002 erheblich verstärkt, und man konnte sich berechtigte Hoffnung machen, bei der Vergabe der Meisterschaft ein Wörtchen mitzureden. Bei den Einzelmeisterschaften gingen in diesem Jahr erstmals in der Vereinsgeschichte 10 Teilnehmer vom KSV Ketsch bei Deutschen Meisterschaften an den Start. Herausragend ist hier der Gewinn der Meisterschaft von Stefan Kehrer bei der A-Jugend und sein 2. Platz bei den Junioren, sowie die Silbermedaille von Sascha Sobik bei der C-Jugend. Nach Beendigung der Mannschaftskämpfe wurden die Ketscher Ringer Vizemeister in der Regionalliga Baden – Württemberg.
Durch den Rückzug eines Vereins aus der 2. Bundesliga nahm der KSV dessen Platz ein. Damit war der KSV nun im Jahr 2003 zum 2. Mal seit 1984 in der zweithöchsten Ringerklasse vertreten. Bei den Deutschen Einzelmeisterschaften 2003 konnten unsere Athleten viermal Edelmetall mit nach Hause nehmen. Jeweils Gold erkämpften Marcel Ewald bei den Junioren, und wieder Stefan Kehrer bei der A Jugend. Bei den Junioren gewann Stephan Kehrer abermals Silber und Reinhold Kratz die Bronzemedaille.

Der KSV ringt in der 1. Bundesliga

 

0129.1.2003. 1. Mannschaft

1. Mannschaft 2003

Der sportliche Aufstieg fand im Jahr 2003 seinen bisherigen Höhepunkt. Als Neuling der 2. Bundesliga Süd landete die Staffel von Trainer Wolfgang Laier am Ende auf Platz 1, und stand bereits 3 Kampftage vor Saisonende als Meister fest. Damit verbunden war der Aufstieg in die 1. Bundesliga im Jahr 2004. Bisher war das der größte sportliche Erfolg in der Vereinsgeschichte. Das Saisonziel war der Klassenerhalt. Unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Mittel wurde eine junge Mannschaft für die Eliteliga zusammengestellt. Trotz einiger guter Einzelleistungen blieb am Ende nur der letzte Tabellenplatz. Schließlich machten die Verantwortlichen vom Wahlrecht gebrauch und entschieden sich für den Abstieg in die 2. Bundesliga.

Großartige Erfolge feierten die Ketscher Athleten bei den Einzelmeisterschaften, Stefan Kehrer und Marcel Ewald wurden ihrer Favoritenrolle gerecht, und holten beide bei den Deutschen Meisterschaften die Goldmedaille. Die Reservestaffel kämpfte mit wechselndem Erfolg in der höchsten nordbadischen Landesklasse, der Oberliga.

0138.2004. KSV-Buben

KSV Buben 2004

Im Jahr 2004 wurde auch eine Satzungsänderung beschlossen und ein neues Führungskonzept für den Vereinsvorstand erarbeitet. Die neu gewählte Vorstandschaft setzt sich wie folgt zusammen:

    Vorstandsvorsitzender Achim Reister
    Vorstand Sport  Johann Stiegler
    Vorstand Geschäftsführung Fred Brdlik
    Vorstand Finanzen  Frank Grabow
    Technischer Leiter  Klaus Brenner
    Schatzmeister  Markus Servatius
    1. Mannschaftsführer  Klaus Brenner
    2. Mannschaftsführer  Michael Rübsam
    Ältestenrat  Heinrich Fuchs
    Ältestenrat  Heinz Keilbach
    Ältestenrat  Winfried Weik
    Ältestenrat  Benno Becker 
    Ältestenrat  Helmut Franger
    Kassenprüfer  Ralf Steinbeisser
    Kassenprüfer  Gerhard Jungmann
    Medienbeauftragter  Thomas Nickels
    Chronist  Heinrich Fuchs
    Chronist  Gerhard Jungmann

0145.1.2005 2. BL, 1. Mannschaft

1. Mannschaft 2005

Nachdem man das Abenteuer 1. Bundesliga finanziell unbeschadet überstanden hatte, wurden bereits Anfang 2005 die Weichen für die 2. Bundesliga gestellt. Der KSV setzte auf talentierte deutsche Nachwuchsringer und verpflichtete mit Patrik Dominik vom AC Goldbach, Florian Dörfler aus Hof, Frank Gerhard vom ASV Ladenburg, Christian Kiefer aus Freiburg, Daniz Topcu vom KSV Wiesental, Marco Brenner vom KSV Kirrlach und Heinz Manette vom KSV Aalen, sieben neue Athleten. Zusammen mit den Stammringern Michael Kohler, Stefan Kehrer und dem Ketscher Jugendringer Sascha Sobik, konnte man eine schlagkräftige Mannschaft an den Start schicken. Am Ende der Verbandsrunde belegte die Mannschaft den fünften Tabellenplatz.
Auch bei den Einzelmeisterschaften waren die Ketscher Athleten sehr erfolgreich. So waren es wieder Stefan Kehrer und Marcel Ewald die für Ketsch Deutscher Meister wurden, und Kehrer erreichte bei den Juniorenweltmeisterschaften einen beachtlichen 5. Platz.
Bei den Deutschen Veteranenmeisterschaften holte das inzwischen 50jährige Ketscher Urgestein Eckard Neiniger (Eckes) die Silbermedaille.

100 Jahre Kraftsport in Ketsch

Im 100. Jubiläumsjahr 2006 ringt Ketsch wieder in der 1. Bundesliga und stellt mit Stefan Kehrer und Heinz Marnette zwei Deutsche Einzelmeister in der Männerklasse. Beide Athleten wurden vom Deutschen Ringerbund für die Europameisterschaften in Moskau und für die Weltmeisterschaften in Guangzhou (China) nominiert. In Moskau sorgte Stefan Kehrer mit dem Gewinn der Bronzemedaille, als dritter Europameister für den absoluten Höhepunkt des Jubiläumsjahres. Am 6. Mai fand der Verbandstag des NBRV in der Rheinhallengaststätte statt. Am selben Wochenende startete die C/D-Jugendmannschaft bei den Deutsche Mannschaftsmeisterschaft in Klarental (Saarland).

Am 20. und 21. 2006 Mai war das große Jubiläumswochenende. Die Festansprache wurde von Bürgermeister Hans Wirnshofer gehalten. Im Anschluss an seine Festrede übereichte er dem Verein im Auftrag des Bundespräsidenten die Sportplakette der Bundesrepublik Deutschland.

Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurden folgende Mitglieder zu Ehrenmitglieder ernannt: Heinrich Fuchs, Helmut Franger, Gerhard Schwab, Johann Stiegler, Gerhard Alt, Rudi Eppel, Heinz Keilbach, Walter Metzger, Heinz Ries, Willi Schäfer, Kurt Spitzer, Walter Weis und Norbert Wiesbeck. 

Die Entwicklung zeigt, dass zu allen Zeiten aus dem Kraftsportverein 06 Ketsch junge Menschen hervorgegangen sind, die von einem gesunden sportlichen Geist getragen, aus Freude an körperlicher Betätigung, den Ringsport pflegten, und erfüllt von dieser Freude Höchstleistungen erzielten. Die Erziehung der Jugend im olympischen Geist, sie stark, aber auch fair zu machen für den harten Lebenskampf, war die wichtigste Aufgabe des KSV 06 Ketsch in den zurückliegenden hundert Jahren. Dieser große sportliche und geistige Erziehungsauftrag gegenüber der Jugend, soll auch in Zukunft richtungsweisend für alles Schaffen des Vereins sein.

"Für die Jugend, für die Menschen, für den Frieden, für die Verständigung unter den Völkern!"

Dieser am olympischen Ideal orientierte Leitgedanke möge die Festlichkeiten zum 100jährigen Jubiläum erfüllen, und auch dem künftigen Wirken des Kraftsportvereins 06 Ketsch, als Richtschnur dienen.

Wir alle wünschen dem traditionsreichen KSV 06 Ketsch noch viele glückliche Jahre, geprägt von sportlichem Erfolg und geselliger Kameradschaft

Mannschaft2006

Bundesliga - Mannschaft 2006